Während auf der Montzenroute sonst nur Güterzüge verkehren, brachte die dreiwöchige Sperrung der L 37 durch das Wesertal im August 2026 umgeleitete IC-Züge der Linie (Eupen –) Welkenraedt – Oostende auf diese Strecke. Auf diese Züge wartete ich am 13. August 2026 am Middelhof in Remersdaal. Glücklicherweise verkehren die IC derzeit praktisch ausschließlich im Sandwich zwischen zwei HLE 18, sodass ich mir aus der seitlichen Perspektive aussuchen konnte, welche der beiden Loks das bessere Motiv abgibt. Bei IC 513 Oostende – Welkenraedt habe ich mit für die Zuglok 1802 entschieden, die für Jobs bei der SNCB wirbt. Ihr folgt der Wagen mit Fahrradabteil, dann kommen die Doppelstöcker, und am Zugschluss befindet sich – hier nicht im Bild – 1879. Ein Stück Straße im Vordergrund habe ich digital mit Wiese bedeckt.
Eine Stunde später kam IC 514 mit 1852 und 1828, letztere sehen wir hier. Gegenüber dem Viadukt befindet sich eine Gedenkstätte für Caporal Georn Geury, der am 10. Mai 1940 als erster belgischer Soldat im zweiten Weltkrieg fiel, als er den Rückzug seiner Einheit vor dem deutschen Angriff sicherte. Geury gehörte einer leichten, mobilen Infanterie-Einheit an, die per Fahrrad unterwegs war. Kaum zu glauben, wenn man heutige Kriegsberichte über Drohnen, Cyberattacken und hybride Angriffe liest.
Hier noch ein anderer Blick auf die Gedenkstätte und den Gulptalviadukt mit Schlusslok 1852 derselben Garnitur wie oben, jetzt aber als IC 541 auf dem Rückweg nach Oostende. Die vom erhöhten Standpunkt auf dem Feld unsichtbare Straße zwischen Hombourg und Remersdaal, die parallel zur Montzenroute verläuft, wird heute von ganzen Legionen friedlicher Radfahrer vor allem aus Belgien und den Niederlanden genutzt. Nur selten stört ein Auto den Blick auf die Bahn. Nur ein Bauzaun vor der Obstwiese fiel der digitalen Schere zum Opfer, und wegen des böigen Winds habe ich aus einem anderen Foto einen Moment ausgewählt, in dem man mehr von der belgischen Flagge sieht.
Die Schatten werden länger, aber für IC 542 Welkenraedt – Oostende eine Stunde später reichte es noch. Mit der Obstwiese als Kulisse sehen wir 1881 als Zuglok, 1816 am Zugschluss ist nicht im Bild.
Güterverkehr war an diesem Tag ferienmäßig schwach, aber für ein Bild Beifang reichte es dann doch. Mit nur elf Wagen sind beide LINEAS Loks am Draht. Vorne sehen wir Alpha Trains 186 348, die an der groß angeschriebenen SNCB-Nummer 2903 leicht zu identifizieren ist. Die Nummer der zweiten Lok kann ich leider nicht lesen, es mag die Schwesterlok 186 349 gewesen sein, denn in den Folgetagen wurde dieses Paar in der Region gesichtet. Der Kartoffelacker im Vordergrund hat sichtbar unter der Trockenheit gelitten, aber Gefahr für das nationale immaterielle Kulturerbe Belgiens besteht wohl nicht: Bei belgischen Fritten kommt es nicht auf die Länge an. Dick geschnitten müssen sie sein, außen knusprig, innen weich.
Auch am Folgetag, dem 14. August 2026, legte ich mich am Viadukt von Berneau auf die Lauer wegen der umgeleiteten Züge. Nachdem mein bisher bevorzugter Fotostandort oberhalb der Brücke mittlerweile durch ein Tor abgesperrt und nicht mehr zugänglich ist, gibt es nun am Rand des kleinen Friedhofs an der Rue de Mons, gleich neben der Chapelle Sainte Maure, einen brauchbaren Ausblick. Der Waldbrand in Hürtgenwald trübte zwar etwas die Luft, war aber weit genug weg, sodass kein Risiko bestand. Dass vier Stunden vor diesem Bild ein weiteres Feuer im Hohen Venn ausgebrochen war, das in den nächsten Tagen mehr als dreitausend Hektar Moor vernichten sollte, wusste ich noch nicht. Auf dem Viadukt sehen wir IC 514 Oostende – Welkenraedt, im Sandwich befördert von SNCB 1805 und 1890. Am Château de Borchgrave in der Stadt finden gerade umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. Einen dort eingesetzten auffälligen Kran habe ich entfernt.